Impressionen aus Israel - Bilder eines Landes

       
   

The philosophy of Liberty is based on the principle of Self-Ownership

>all kinds of socialism cause poverty<

   
   

von Rudi Raabe

   
       

A page that over and above its political content also shows the world and environment of people who stand for their libertarian ideas.

         
       

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Shalom Israel 7
Written by Robin Renitent
Wednesday, 21 October 2009

Die Nächte sind warm und süß. Die Durchschnittstemperatur einer solchen Großstadtnacht ist immer noch 24 Grad. Also lassen wir die Fenster auf. Klimaanlagen sind in jeder Wohnung, aber sie sind ungesund, es zieht und sie fressen Strom. Fast überall sind deshalb die Fenster auf, trotz des höllischen Lärms auf der Dizengoff. Gegen 2.30 kommt, wie jede Nacht, die Müllabfuhr. Der Lärm wird infernalisch. Man fällt aus dem Bett. Gut, dass man vom Tagesprogramm so erschossen ist und wieder einschläft, die Kinder merken eh nichts.

Interessant ist nur: Die Müllionäre kommen jede Nacht, auch am Sabbat. An meinem Haus in Berlin hielt die Müllabfuhr nur alle 2 Wochen. In Kanada ebenfalls. In Kentucky wöchentlich, in Budapest alle 2 Tage, in Dänemark wöchentlich und nahe Moskau war es immer täglich, jetzt wo sie Container haben, alle Woche. In Neapel kommen sie nur wenn sie Lust haben, man kann gleich den Müll auf die Strasse schmeißen.

Also fahren wir leidlich ausgeschlafen nach
Haifa. Es empfiehlt sich die Bahn zu nehmen, es geht stellenweise parallel zu Küste. Die Bahn ist von SIEMENS und hochmodern. Die Bahnhöfe auch. Im Zug sitzt mir Mor gegenüber. Sie ist Anfang 20, hübsch und freundlich, fährt täglich die Strecke Tel Aviv-Haifa und zurück und studiert Fashion Design in Haifa. Wir sprechen über ihre Zeit beim Militär. Sie hat sie in guter Erinnerung, ja, sie war begeistert dabei. Sie macht die gleiche Aussage wie die beiden jungen Israelinnen, die wir in Budapest zum Kaffee eingeladen hatten: Die Zeit beim Militär hätte ihr viel gebracht an innerer Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Disziplin und Selbstsicherheit. Sie kann sie nur jedem jungen Menschen empfehlen. Auf meine Frage, „ob sie im Krisenfall wieder eingezogen werden kann und ob das ein Problem wäre“ spricht sie den für mich denkwürdigen Satz: „Klar, kein Problem, ich diene doch meiner Familie, meinen Freunden, ich tue es für mein Land, für Israel!“ Ich schaue sie mit Respekt an.

Als Westberliner musste ich nicht zum Militär, ich habe mich immer darüber gefreut. Und später auch, bis heute, kam mir alles Uniformierte irgendwie operettenhaft und albern vor. Andererseits habe ich mich natürlich über die Anwesenheit der westalliierten Truppen in Berlin gefreut, garantierten sie doch unsere Freiheit. Dennoch: Meine Sympathie, als Deutscher für „meine“ Bundeswehr, ist eher begrenzt und ich frage mich auch, wie unsere Einsätze im Ausland Sinn machen, wenn sie über die Selbstverteidigung hinausgehen. Denn, dass unsere Soldaten unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen glaubt ja wohl ernsthaft niemand und wir befreien dort auch niemanden aus KZ‘s, wie es die Alliierten damals in Deutschland taten. Eine Armee, die ihre Sinnfindung, nach längerem Suchen, im Sortieren von Müll und Altreifen findet und sich
dem Feind in Therapiegesprächen nähern soll, hat sicherlich Probleme bei ihren Angehörigen unbedingte Ergebenheit und Begeisterung auszulösen.

Aber zurück zu Mor, sie dient einem Land, das
Verteidigung braucht, das ständig unter Bedrohung lebt, welches sich immer zur Wehr setzen muss. Die Identifikation mit einem solchen (kleinen) Gemeinwesen und die Verteidigung all dessen, was einem tatsächlich lieb und teuer ist, erscheinen mir nachvollziehbarer und überzeugender. Wäre ich Israeli, ich bin sicher, ich würde meine Zweifel begraben und meinen Kinder nicht empfehlen sich dem Wehrdienst zu entziehen. Zwischen der Begeisterung für das Vaterland zu sterben, wie es im wilhelminischen Deutschland noch üblich war, dem wahnsinnigen Eroberungsmuss in Nazideutschland, dem völlig beziehungslosen Verhältnis eines nachkriegsdeutschen Rekruten der 3. Generation nach dem Kriege zur Bundeswehr, und dem Willen zur täglichen Wehrbereitschaft, zum Schutz der eigenen Familie und Nachbarn, in einer akuten Bedrohungssituation wie in Israel, liegen doch Welten.

Die jungen Soldatinnen und Soldaten sehen dann auch nicht unglücklich aus. Sie haben Ohrringe, MP3 Player, Sandalen zu ihrer Uniform, sie tragen ihre Waffe und ihren Rucksack, aber alles geht sehr locker zu und ich gewinne den Eindruck, dass, so sehr es sicherlich militärisch straff im Einsatz zugeht, doch andererseits den jungen Menschen Freiräume gelassen werden und man sie als Bürger ernst nimmt. Mehrmals auch sehe ich, wie junge Soldaten an historischen Orten von Zivilisten in die Geschichte des Landes eingeführt werden, nicht nur eine tolle Ergänzung der Allgemeinbildung, sondern auch ein Beziehungsaufbau zur Geschichte des Landes, für das man kämpft. Super.

Die Waffe jedenfalls gehört dem Soldaten und sie ist immer dabei, im Bus und im Supermarkt. Von durchgeknallten Exschülern, die mal eben ihre frühere Schule heimsuchen und alle umlegen wollen, habe ich nichts gehört. Und ich bin mir sicher, dass auch junge Israelis durchaus Ballerspiele am Computer spielen…

Grundsätzlich glaube ich, dass junge Menschen in Ländern, die eine schwierige Situation hinter sich haben, wie Russland, oder andere postkommunistische Länder, oder eben ein Leben in Bedrohung führen, wie Israelis, reifer, zielgerichteter und verantwortungsvoller sind als ihre Altersgenossen in Ländern, wie dem Funpark Germany.

Dann sind wir in Haifa und besuchen die
Bahai, die, das kann man sagen, außerordentlich friedliche Leute sind. Wären sie das nicht, glaube ich kaum, dass Israel ihnen eine neue Heimat gegeben hätte. Ihre Gartenanlage, weithin sichtbar, ist jedenfalls wundervoll. Wir besuchen auch ihren heiligen Schrein.

Dass
deutsche Templer in Haifa bereits um 1860 siedelten und aus Teilen der Stadt mit Fleiß und Engagement was machten, ist bewiesen, die Gebäude stehen heute noch und auch die Nachfahren der Templer sind noch hier. Was, so fragt man sich (natürlich politisch unkorrekt) haben eigentlich die Araber in all den Jahrhunderten wirklich auf die Reihe gebracht? Nicht viel, eher gar nichts. Es ist überall das Gleiche, ob Jaffa, Haifa oder Akko: Als die Israelis die Viertel der Araber vor 20-30 Jahren an fließendes Wasser und Elektrizität anschlossen, gab es ein großes „Aah“. Und man genießt es. Selber hatte man es nicht vermocht, und dessen bin ich mir sicher, würde die Geschichte es zulassen, dass die Juden wieder „ins Meer getrieben“ würden, dem großen Wunsch der Muslime folgend, dann würde alles verschlampen und die Wüste sich wieder in die Städte fressen. Ob die Muslime den Israelis wirklich dankbar sind bezweifle ich. Gezeigt haben sie es noch nie.

Denn es ist augenfällig: Der Unterschied zwischen den gepflegten jüdischen Vierteln und den verschlampten Vierteln der arabischen Bevölkerung ist nicht zu übersehen. Alle Gutmenschen, die immer von der Besatzungsmacht Israel sprechen, ins Buch geschrieben: Ihr braucht gar nicht in die palästinensischen Territorien zu gehen. Schaut euch in Israel um, dort wo alle die gleichen Chancen haben. Und ihr werdet sehen: Da, wo Juden, wo Deutsche, wo Amerikaner oder andere Ethnien was gestaltet haben herrscht eine gewisse Ordnung, ein gewisser Wohlstand. Nur die Araber bringen‘s nicht. Und kommt mir nicht damit, was sie angeblich alles in Mathematik und Medizin geleistet haben. Vor Jahrhunderten.

Die Römer von heute sind auch nicht mehr die Römer von gestern.

 

 

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