Nun also Neuseeland, Land Nr. 31 auf unserer Weltreise. Gleich vorweg: Dieses Land ist fantastisch, umwerfend in seinen Naturschönheiten. Rauh und majestätisch, eine Symphonie der Farben. Und einsam. Wo findet man das heute noch? Deshalb schon mal eine vorgezogene Bemerkung für alle die auch ans Reisen denken: Hatten wir in Asien, von Thailand mal abgesehen, recht vernünftige und erfahrene, gut ausgebildete und ausgeglichene Backpacker und Reisende getroffen, hat uns Australien fast erschlagen. Der reinste Kindergarten. In Asien relativ wenig Deutsche, in Australien in Massen. Nun ist Australien ja eines der teuersten Länder. Warum fahren so viele junge Deutsche, teils erstmalig allein im Ausland, ausgerechnet hier her? Sie könnten für die Häfte des Preises die fast gleichen Naturschönheiten komprimiert im Südwesten der USA sehen. Wir verstehen das nicht, hat das etwas mit dem Antiamerikanismus der jungen Generation zu tun? Nach einigen Gesprächen sind wir sicher: JA. Die jungen Backpacker sind nicht frei von den, ihnen indoktrinierten, Vorbehalten. Das meinten auch die beiden Allgäuer die wir trafen und die eben aus Amerika kamen. Es ist ein Phänomen, ebenso wie die Partysucht, die die Australienreisenden befallen hat. Doch die ist auch den Australiern selbst zueigen. Melborne und Sydney. Fast alle jungen Leute, die wir hier trafen benahmen sich wie im Kindergarten. Die selbstorganiserten Küchen sahen immer mistig aus, viele schafften es nicht ihren eigenen Dreck wegzuräumen, abzuwaschen, abzutrocknen. Mama noch nicht entwöhnt, völlig unsozial. Saufen und chill-out, das waren die Themen.
Machen wir’s kurz: Ja, es war wichtig Australien zu sehen und zu erkunden für uns. Aber: Wenn Sie wenig Geld haben, wenn Sie rechnen müssen, wenn Sie ähnliche Naturschönheiten, Wüsten, Einsamkeit, Outback erleben wollen fliegen Sie in die USA. Es wird für Sie um die Hälfte billiger. Mindestens.
Die Reisenden hier in Neuseeland sind wieder ernsthafter gestrickt. Man ist leiser, angenehmer, naturorientierter, setzt sich mehr mit dem Land auseinander. Man räumt die Küche auf, wäscht ab, ist sozialer gegenüber den anderen Gästen. Das ist erholsam und angenehm. Und nochwas. Nach der Schilder- und Strafandrohungsmacke der Australier, die ihr Land vollgekleistert haben mit Schildern und Kameras noch und noch, ist Neuseeland absolut erholsam. Vielleicht liegt es daran, daß man weniger Geld hat, aber Schilder sind auf das absolut Notwendige reduziert. Keine Strafandrohungen, keine Dauerermahnungen, ein Bruchteil an Überwachungskameras. Kommen Sie nach Neuseeland und entspannen Sie sich. Hier können Sie noch relaxt Auto fahren, ja auch als Hitchhiker gefahrlos reisen. Unser Tipp also: Neuseeland für den, der zu den Antipoden will.
Bisher „stört“ nur eines: Die Klimawandelhysterie hat das Land voll erfaßt. In jedem Hotel, jedem Hostel, in allen Infozentren sind Wände mit Klimaartikeln und Ermahnungen wie in einer Grund- oder Mittelschule. „Was passiert mit Neuseeland wenn der Meeresspiegel um 2-3 cm ansteigt?“ „Wie werden die Schafe den Wärmeanstieg verkraften?“ Zweifel gibt es nicht. Klimawandel ist Ersatzreligion. Die Gutmenschen, die, den anderen alles vorschreiben wollen, natürlich „zu unserer Aller Bestem“ sind hier voll am Werk. Dreimal dürfen Sie raten aus welcher politischen Ecke die auch hier kommen.
Wir sind von Christchurch über Lake Tekapo zum Mt. Cook gefahren. Das allein ist ein Erlebnis. Alle Seen sind türkisfarben, ein umwerfender Eindruck. Der Mt. Cook selbst ist weitgehend schneebedeckt. Es ist kühl, wir holen unsere Anoraks raus. Am nächsten Tag klettern wir auf eine Anhöhe um den Tasmangletscher zu sehen. Wir haben Glück: Er hat vor 4 Tagen gekalbt und die riesigen Brocken treiben im See. Über Twizel und Omarama fahren wir nach Dunedin. Eine wirklich schöne Stadt mit alten, erhaltenen Häusern und einer wundervollen Bahnstation. Sie gehört zu den meistfotografierten Gebäuden der Südhalbkugel, gleich nach dem Opernhaus von Sydney. Wir besichtigen die Feuerwache (als einzige Besucher, na klar) und anschließend die Cadbury Schokoladenfabrik. Wir wollten das schon mal in Tschudowo in Rußland machen, der Cousin meiner Frau arbeitet in der dortigen Fabrik als Ingenieur, aber es war verboten. Hier nun klappt es und wir werden mit kleinen Leckereien abgefüllt. Der Produktionsprozeß ist interessant, dennoch Cadbury ist nicht unsere bevorzugte Marke. Geschmacklich kommen die in den angelsächsischen Ländern hergestellten Schokoladen nicht an schweizer oder deutsche Qualitäten ran. Ich vermute, daß Kakaoersatzstoffe oder Kakaofettersatz den Geschmack verändert. Ich finde das jetzt nicht, aber ich erinnere mich grob: Wie beim deutschen Reinheitsgebot des Bieres gab es auch Qualitätsnormen für Schokolade. Dann kam die EU, machte eine 29000 Seiten starke Kakaoverordnung und nun dürfen auch Ersatzstoffe den Schokoladen beigefügt werden. Um es anderen Ländern auf unseren Märkten leichter zu machen. Mit anderen Worten: Das Niveau wird immer nach unten „begradigt“. In den USA haben wir vor einigen Jahren Hershey-Schokolade besucht. Kann man total vergessen. Sowohl die Mickey-Mouse-Tour, als auch das Produkt, was blöderweise immer noch den Namen Schokolade trägt. Auch hier bei Cadbury sind viele Ersatzprodukte. Irgendwelche Chemiepampe „Fudge“, kaugummiartig, mit hauchdünner Schokolade überzogen. Im Fabrikshop dann die Überraschung. Neben den eigenen Produkten verkauft man auch Toblerone. Und, sie werden es kaum glauben, die geht in diesem Cadbury-Fabrik-Shop weg wie warme Semmeln. Ha!
Neuseeland hat etwas über 4 Millionen Einwohner. Sowas mag ich (kleine überschaubare Einheiten, wo es lohnt sich zu engagieren und was zu verteidigen) und es erinnert mich an Dänemark, wo ich mal anderthalb Jahre lebte und meine ersten Kinder und Enkel heute leben. Dänemark ist mir ans Herz gewachsen. Natürlich sind Verkürzungen immer ungenau und sehr objektiv. Aber wenn ich meinen Eindruck von Dänemark beschreiben soll, nach 40 Jahren Erfahrung und Beobachtung, stellt sich mir das Land so dar: Eine schöne Natur, eine effiziente und vorbildliche Landwirtschaft. Gute Designer. Eine schreckliche, an eine Halskrankheit erinnernde Sprache. Pieksauber, vor 40 Jahren vielleicht noch mehr. Holte ich meine erste Frau damals von der Berufsschule ab hätte man auf den Klo’s vom Fußboden essen können. Ausgeglichene und in sich ruhende Bürger, zutiefst friedlich. (Von Christiania mal abgesehen.) Komisch und teilweise unangenehm stieß mir auf, daß es (damals, heute weiß ich nicht) offensichtlich eine Art Modetick oder Reputationsfrage war, seinen drei blonden Kindern noch ein- oder zwei dunkelhäutige Drittweltkinder per Adoption zuzugesellen. So, als ob es keine Waisen in Dänemark oder einem Nachbarland gegeben hätte. Dann war am Anfang positiv, daß man auch an Minderheiten, zum Beispiel Rollstuhlfahrer dachte und Gebäude mit Rampen ausstattete. Andere Länder, auch Deutschland, machten das dann nach. Das war gut. Inzwischen hat diese Minderheitenberücksichtigungsmacke natürlich die ganze Welt erfaßt und selbst in Asien sind alle Bürgersteige mit gelben Profilstreifen für Blinde ausgestattet und alle Ampel tüdeln „hinreißenden“ Nervtötsound um Blinden das Grün anzuzeigen. Dänen im Ausland erkennt man sofort. Nett, aufgeschlossen, oft mit Kindern, aber ohne jede Spur von Eleganz. Gut auch, das Dänemark Restriktionen hatte, die schon damals verhinderten, das (Deutsche) Ausländer dieses kleine Land aufkauften und überfremdeten.
Dann, als ich weg war und die Jahre ins Land gingen, überdrehte man das Rad. Man holte Muslime und Imame ins Land. Für sie galt, in der unendlichen dänischen Toleranz, offensichtlich nicht was für andere galt. Was bitte haben derart viele Muslime in einem 5 Millionenvolk zu suchen? Gut dann, daß es Kräfte gab die dem Einhalt gebieten wollten, der Name Pia Merete Kjærsgaard steht dafür und Dänemark sich auch das Recht nahm (wie konnte es das überhaupt aufgeben) an seinen Grenzen wieder zu kontrollieren. Der Aufschrei der linksversifften EU war abzusehen. Traurig hat mich gemacht, daß als Kurt Westergaard seine Mohammedkarikatur veröffentlichte, nicht das ganze Land hinter der Zeitung stand sondern einige eingeknickt sind. Schade.
Warum ich diesen Ausflug nach Dänemark mache? Weil es mich an Neuseeland erinnert. Natürlich nicht in der Natur, die ist hier viel imposanter. Aber irgendwie in der Mentalität. Und weil ich diesen Artikel über eine junge Dänin im SPIEGEL las. Sie bekommt, als Studentin monatlich € 737.- vom Staat. GESCHENKT. Das muß man sich mal vorstellen. Wo in der Geschichte der Menschheit gab es sowas, daß man „bedingungslos“ etwas geschenkt bekommt? Das macht mich sauwütend, es treibt mir die Tränen in die Augen: Da wachsen also junge Menschen, unter anderem meine 3 Enkelkinder, heran und sie lernen, ja es wird für sie eine Selbstverständlichkeit, daß man etwas geschenkt bekommt. Doch nicht nur das: DAS MAN ES FORDERN KANN! Eine Schande, eine unpädagogische Schande. Den linksversifften SPIEGEL freut das natürlich: „Denn das Geld ist ein Geschenk, das praktisch unabhängig vom Elterneinkommen an jeden der rund 360.000 dänischen Studenten ausgezahlt wird.“ Na holla! Und weiter: „Hintergrund für die finanzielle Förderung ist die Idee der Gleichheit, auf der die dänische Gesellschaft und der Wohlfahrtsstaat errichtet sind...“
Ich weiß, ich wiederhole mich: Aber so eine Gleichheitsgesellschaft ist mir zuwider, ein Horror. Deshalb wären die skandinavischen Länder für mich nicht im Mindesten attraktiv. Diese Gießkanne läuft jedem Freiheits- und Unabhängigkeitsgedanken zuwider. (Man sieht ja an der Studentin Sofie, daß das Geld sie nicht freier macht.) Die Möglichkeit so ein Anspruchsverhalten entwickeln zu können erzieht ja gerade zur Unbescheidenheit. Und es entfernt diese (dänische etc.pp.) Gesellschaften geradezu vom Rest der Welt. Das so gelobte Modell muß man auch anders hinterfragen, Zitat: „Aber auch jeder Schüler bekommt SU, der das Gymnasium besucht, vergleichbar mit der deutschen Oberstufe, und zwar 135 Euro monatlich. "Kaffeegeld" nennen viele Dänen den Bonus schmunzelnd.“ Daß das ein gewolltes Modell der Familienzerstörung ist, der Förderung der Unfähigkeit sich mit Eltern und Geschwistern zu arrangieren, liegt auf der Hand. Ein Blick in andere Länder genügt: Dort wo diese Freiheiten nicht finanzierbar sind gibt es einen innigeren und umfassenderen Familienzusammenhalt. Ja weiter: Die spätere Ausgrenzung und das Abschieben der Alten bleibt diesen „Fortschrittsnationen“ à la Dänemark vorbehalten.
Zurück zu dieser dänischen Studentin Sofie: Es spricht Bände, daß sie „angehende Sozialwissenschaftlerin“ ist. Und es zeigt, wie man ständig in den gleichen Bahnen denkt. Dieses Mädchen hat nie gelernt mal „die Lehre“ in Frage zu stellen und unkonventionell an andere Lösungsansätze heranzugehen. Damit sie aufwacht wird ein Eimer Eiswasser frisch über ihren Kopf gekippt nicht reichen.
Die wacht erst auf, wenn es zu einer Staatspleite kommt.













Und nun im Film „The Iron Lady“. Einfach umwerfend 















































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