Keinen Millimeter für die linken und rechten Feinde der Freiheit
Rebellog's Welcome and Position
Liberty is always freedom from the government

Karl-Eduard, den ich sehr schätze, weil er sich auf seinem Blog als ein begnadeter Satiriker darstellt, kommentierte hier neulich, eher ernsthaft, daß wir „Kosmopoliten“ sein. Daß wir keine Heimat hätten und uns (deshalb) auch nichts verteidigungswürdig wäre. Dazu möchte ich gerne Stellung nehmen. Recht hat er, wenn er uns als Kosmopoliten, also Weltbürger, beschreibt, die sich auf der ganzen Welt zurecht finden können. Gemessen etwa an den Asiaten, die nur in Gruppen reisen sind wir, als Individualreisende, natürlich in einem Sonderstatus. Vor 2 Tagen hatten wir hier im Hostel, in Dunedin, einen Chinesen aus Malaysia. Sehr nett der Mann. Aber er sprach kein Wort chinesisch und auf meine Frage, „ob er mal in China war“ bejahte er „mit einer Gruppe“. Als wir ihm erzählten, daß wir gerade 5 Monate allein in China waren konnte er es nicht fassen. „Den Mut hätte er (als Chinese) nicht”, und weiter “and you alone by your own, here in New Zealand too? “ So gesehen können Westler, und wir, natürlich Weltbürger sein.

Wikipedia sagt weiter: “ Der Begriff in der Zusammensetzung „Wurzelloser Kosmopolit“ wird auch als antisemitisches Schlagwort verwendet.“ Das hat Karl-Eduard nicht gesagt aber: So wenig Juden wurzellos sind, sie haben ja eine Heimat, auch Familie, eine religiöse Heimat und seit 1949 auch einen Heimatstaat, Israel, sind wir, als Nichtjuden, ohne politische Heimat. Wenn man unseren Blog liest dann erkennt man, daß uns ein Deutschland als Nationalstaat sehr wohl am Herzen liegt. Daß unsere europäische Heimat (natürlich nicht unter dem Diktat der EU gestaltet) gegen die Zentralisierung und Islamisierung sehr wohl zu verteidigen ist. Natürlich haben unsere Kinder, durch Vater und Mutter, 2 Nationalitäten. Aber sie sind aufgeweckt und geschult genug hier ihre (nationalen) Prioritäten zu sehen. Auch verbindet uns durchaus etwas mit unserer „sozialen Klasse“. Mit dem Proletariat haben wir so wenig gemein, wie mit der Oligarchie. Unser Zuhause ist die bürgerliche Herkunft, allerdings in einer über die letzten Jahrzehnte geschulten speziellen politischen Ausprägung. Diese Prägung, orientiert an der Austrian School of Economics, am amerikanisch-thoreauschen Libertarismus, ist uns durchaus geistige Heimat. Sowohl unsere nationale Identität bzw. Identitäten, wie auch die Werte unserer Klasse und besonders unsere politische Einstellung halten wir für eine Heimat und somit verteidigenswert. Aber noch einmal in Anlehnung an Wikipedia: Wir sehen unseren Kosmopolitismus nicht als einen politischen Humanismus.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Seit meinem 16. Lebensjahr, also der Zeit wo ich die Werke Jack Londons las, neige ich eher zu der Auffassung Herbert Spencers. (Durch London wurde ich auf ihn aufmerksam). Ganz grob: In dem gigantischen Organismus in dem wir alle leben kristallisiert sich der Stärkere als der Überlebensfähige heraus, ihm gebührt die Kraft und die Unterstützung. Vor diesem Hintergrund wird auch meine häufige Kritik am Wohlfahrtsstaat verständlicher und unsere (gelebte) Distanz zu aktuellen (jetzt wird’s im Plural wieder kosmopolitisch) Regierungen.
Man kann durchaus eine, Spencer natürlich unbewußte, libertäre Linie in seiner Argumentation finden, ich zitiere aus Zeitmangel nochmal:
„Anders als spätere Sozialdarwinisten war Spencer jedoch fest im Liberalismus verwurzelt. Ausgehend von seiner protestantischen Ethik postulierte er das Law of Equal Freedom (LEF; Gesetz gleicher Freiheit), dass ein Mensch jede Freiheit habe, so lange er nicht in die Freiheit eines anderen eingreife. (Einwurf von RR: Karl-Hermann Flach hat das ja aufgegriffen und es ist für uns durchaus verbindlich: „Freiheit bedeutet für uns nicht Disziplinlosigkeit, sondern Pflicht. Liberal sein heißt nicht herrschen, sondern der Freiheit dienen.“) Sowohl aus diesen ethischen Gründen als auch, weil sie der Logik der Evolution widersprächen, lehnte Spencer jeden Eingriff des Staates in die menschliche Gesellschaft ab. In seinem politischsten Werk „The Man Versus the State“ ging er konsequenterweise so weit, das Recht eines jeden Individuums auf Sezession vom Staat zu fordern.“

Das ist für uns nur konsequent, und wenn man unser, vor 7 Jahren formuliertes, Willkommen für diesen Blog liest, dann findet man unsere Position (dort zeitgemäß upgedated) wieder. Sie ist der Spencer‘s nicht unähnlich. Natürlich gelingt es uns nicht komplett: Aber wir haben, wenn man es so sehen will, die Sezession als Familie auf die Spitze getrieben. Wir haben uns dem staatlichen Zugriff weitestgehend entzogen. Wir unterlaufen das Steuer, das Zinsrecht und das Schul- und andere „Rechte“. Auch den Einfluß Hans-Hermann Hoppe’s und anderer „Austrians“ will ich nicht unterschlagen. Der Unterschied zwischen libertären Denkern und deren Ideen zur Organisation einer privat organisierten Wirtschaft und Gesellschaft und UNS ist, daß WIR, (bitte, in aller Bescheidenheit) diese Ideen und Einstellungen auch tatsächlich ansatzweise leben. Sie ganz zu leben scheitert an der Wirklichkeit, sie gewaltsam zu leben ist uns nicht gegeben: Wir sind keine Revoluzzer. Dennoch das Wegtauchen, das Unterlaufen staatlicher Vorgaben, das Umsetzen eigener Wertvorstellungen ist uns bisher weitgehend gelungen.

Ja, wir sind Kosmopoliten, aber nicht im (überlebten) realsozialistischen Sinne. Können wir, als Nichtjuden, ja auch nicht sein. Aber möglicherweise (das ist eine vorsichtige Vermutung und keine böswillige Unterstellung) ist Karl-Eduards Bild eines Kosmopoliten von eben dieser Lesart geprägt. Doch hängen wir es nicht so hoch: Wir sind einfach etwas flexibler, von begrenzter Multilingualität, und betrachten das australische Outback, den Jangtse, die Hohe Tatra oder Sibirien als ausgedehntere Vororte unserer (bisherigen und künfigen) häuslichen Umgebung. Ich hoffe damit ist diese Sache geklärt. Sollten noch Frage sein: Ich werde darauf eingehen. Allerdings erst wenn ich Zeit habe und das Internet wieder besser ist. Das kann dauern.

In Dunedil machen wir eine Eisenbahnfahrt, die Taieri Gorge Railway, durch die Berge. Eine spannende Strecke über tiefe Schluchten und eiserne Brücken. Das dauert 4 Stunden. An einer Stelle schaukelt der Zug so, daß ich, auf dem Perron stehend und nach Halt suchend, meinen Ring verliere. Ich kann aber ganz genau bechreiben wo er abgeflogen ist: Genau 20m hinter dem Schild „Christmas Creek“. Am Abend, gegen 18.30 bringt mir der Schaffner den, von einem Streckengeher gefundenen, Ring wieder. Glück gehabt. Wir hatten die Zeit genutzt und sind auf eine Insel gefahren, die Otago Peninsula zum Pilot Beach, um Albatrosse zu beobachten. Es ist so windig, wir fliegen fast weg. Man darf nicht vergessen: Wir befinden uns zwischen dem 40. und 50. Breitengrad, also in den Roring Fourties:
„Diese Winde aus westlicher Richtung wehen das ganze Jahr über und sorgen für unbeständiges Wetter, Regen, hohen Seegang und laufen häufig zur Sturmstärke auf. Im Bereich der Roaring Forties gibt es nur wenige Landmassen, die drei bedeutendsten sind die Australien vorgelagerte Insel Tasmanien, die neuseeländische Südinsel sowie Patagonien, das sich über den südlichen Teil von Chile und Argentinien erstreckt.“ (Wikipedia)
Inzwischen sind wir von Dunedin über Clinton und Gore (ha,ha) nach Te Anau gefahren. Unterwegs haben wir spontan eine Veranstaltung des örtlichen Flugmodellbauklubs besucht. Meine Herren, was diese Leute so zusammenbasteln. Einfach phantastisch. Junior träumt davon sich nach dem Ende unserer Reise mal so ein fernsteuerbares, bezingetriebenes Flugzeugmodell zuzulegen. Auch wir finden: Ein wunderschönes Hobby. Dann Te Anau: Ein hinreißender See am Fuße der Berge mit Wasserflugzeugen und Booten. Wir bleiben hier 2 Tage und fahren zum Milford Sound. Hier gönnen wir uns eine 2,5 stündige Tour auf dem Sund. Unser Schiff ist die 20 Jahre alte Milford Wanderer, ein Motorsegler, generalrenoviert und tiptop in Ordnung. Eine traumhafte Fahrt. SO ein Panorama sieht man selten:

„Der Milford Sound ist ein Fjord auf der Südinsel Neuseelands. Der 15 Kilometer lange Fjord ist die wichtigste Touristenattraktion des Fiordland-Nationalparks im Südwesten der Insel und gehört somit auch zum Weltnaturerbe der UNESCO. Der Milford Sound wurde nach dem walisischen Ort Milford Haven benannt. In der Sprache der Māori heißt er Piopiotahi. Der Fjord entstand durch die Gletscherbewegungen der Eiszeiten. Der Milford Sound erstreckt sich 15 Kilometer von der Tasmanischen See ins Land und wird von bis zu 1200 Meter hohen Felswänden umgeben. Die höchste Erhebung ist der Mitre Peak (Bischofshut) mit 1692 Metern.“
Und weiter:
„Im Oktober 1769 traf Cooks Schiff Endeavour am südwestlichen Punkt der Poverty Bay genannten Bucht von Tahiti kommend auf Neuseeland. Nach ersten feindseligen Begegnungen, aber auch gelungenen Annäherungsversuchen mit Māori umsegelte Cook zunächst die Nordinsel sowie nach einem längeren Aufenthalt in den Marlborough Sounds die Südinsel und konnte so nachweisen, dass es sich bei Neuseeland um Inseln und nicht einen Teil eines Kontinents handelte. Cook und die ihn begleitenden Wissenschaftler kartographierten das Land gründlich, erkundeten ausgiebig die Flora und Fauna des Landes, und sammelten Informationen zu den Māori.“
James Cook fuhr zunächst 2 Mal am Milford Sund vorbei und sah im Nebel die Einfahrt nicht. Bei uns war es so, daß im Sund herrliche Sonne schien, dann, am Sundausgang, die Wolken nur 60 m über uns hingen. Der Wind drückt die ozeanische Feuchtigkeit in den Sund wie in einen Trichter. Später, zurück, schien die Sonne wieder und wir hatten eine sagenhaft gute Aussicht.
Morgen geht es nach Queenstown.
Fotos: Copyright Rebellogblog 2012/ 1: Verkehrsdichte gleich Null. 2: In Australien war’s ein Subaru, in Neuseelands ist’s ein Nissan. 3: Viele Häuser sind aus Holz, ältere aus Stein. Die Bauqualität ist immer schlecht. 4: Das Riesending zur Erdbewegung. 5: Feuerwehr in Dunedin, heute haben sie moderne Scania und Mercedes. 6 und 7: Flugmodellbaushow, eine Menge Bastler und aufregende Modelle.
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Daß Du, Robin, Deutschland als Heimat hast, das ist mir klar aber wo ist die Heimat Deiner Frau und was empfinden die Kinder als Heimat? Deutschland? Rußland? Kanada? Das war jetzt auch nicht so zum Ärgern gedacht, sondern kam mir spontan in den Kopf.