Vieste, Pompeji and Vesuvius
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| Vieste - Gargano, Pompeji und Vesuv |
| Written by Robin Renitent |
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Sunday, 05. July 2009 |
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Was macht man, wenn man Frombork, Frauenburg besucht hat, nach Königsberg nicht fahren kann (wussten wir vorher) und es im ganzen Baltikum, einschließlich natürlich Masuren schüttet. Alles zu ertragen, aber die Kälte ist unangenehm. Abwarten, dass es besser wird? Eine Freundin aus Berlin schreibt „es regnet überall“. Wat nu? Die Renitent’s sind flexibel, sie werfen wieder alles ins Auto und sich selbst auch und starten durch nach Süden. Tallinn kann man immer noch besuchen. Nach 4 Tagen sind wir nun in Vieste, Promontorio del Gargáno, dem Stiefelsporn Italiens. (Ganz genau in Castello o Scialara, GPS Position: N. 41’51,911‘ – E. 016’10,463‘. ) So was reiten wir ganz schnell ab, nur….kaum haben wir die italienische Grenze überquert gießt es in Strömen. Kannenweise, auf den Autobahnen halten die Autos an, das Wasser steht 10 cm hoch, es ist, als ob man gegen Schnee anfährt. Nachts im Hotel gibt es einen Blitz und Donnerschlag, dass es uns aus dem Bett fegt. Nur die Kinder schlafen, wie ist so was möglich? Morgen aber soll es besser werden. Das Apartment gefällt, es gibt Strand und Pool, die Kinder sind selig, die Eltern können den Fortgang der Weltreise vorbereiten. Wir werden fast 2 Monate in Italien bleiben. Bis Rom kennen wir alles, südlich von Rom ist Neuland, ich denke, die nächsten 2 Monate wird auch das vertrautes Land werden. Ob von hier, oder ob wir noch mal innerhalb Italiens die Position wechseln, werden wir sehen. Nach Italien kommt noch einmal Kroatien dran, Freundestreffen. Israel ist vorbereitet, doch das startet erst im Oktober. Aber wir brauchen Info, Visa etc. für Russland, China, Korea, Japan. Da braucht man Internet. DENKSTE. Kein Internet, nicht mal Telefon. Auf mein Drängen will der Hotelbetreiber aber bis Freitag WiFi installieren. Da wir heute erst eingetrudelt sind und noch nicht soviel zu berichten ist, werde ich mal, als auch Italophiler, einige Bemerkungen über Italien ablassen. Es gibt da so Dinge, die mir, bei aller Liebe, doch aufstoßen. Pässe. Die werden grundsätzlich vom Hotelier (Rezeption) eingezogen. Innerhalb 24 Stunden muss man bei der Polizei angemeldet sein. Total bescheuert, wenn man sie bei der Abreise vergisst, bzw. die Rezeption beim Auschecken nicht auf den Tisch legt, kann man mal eben 300 km zurückfahren. (Ist mir schon passiert!). Selbst in Russland habe ich 3 Tage Zeit um mich anzumelden. Es geht aber nicht darum, ob man Terrorist ist, sondern um die Angst der italienischen Finanzbehörden, dass der Hotelier etwas „nebenbei“ macht. Meine Angebote zum Undergroundbusiness werden bedauernd ausgeschlagen, die Konsequenzen wären fürchterlich. Steinbrück hat hier seine Lehrzeit absolviert. Internet: Das, was in allen Ländern, ich meine natürlich nicht Nordkorea, üblich ist, in Italien auch das ein Problem. Ich meine: Einfach im Hotel ins Web einloggen. Es wird grundsätzlich der Pass kopiert, dann aus einem Spezialstreifendrucker die Zeit, der Username, das Passwort ausgedruckt. Das Original des Streifens muss man unterschreiben, die Kopie kann man mitnehmen. Je teurer das Hotel, desto höher die Wahrscheinlichkeit, das man pro Stunde € 3.- abdrücken muss. Für eine Familie mit 4 Laptops wiederholt sich die Prozedur 4 Mal, und der Preis vervierfacht sich. Das haben wir, und bekannterweise sind wir ja Dauerreiser, noch nirgends erlebt. Unsere Erfahrung: Fast immer ist es eine Servisleistung des Hotels. Außerdem gibt es hier kaum Kabel, Dial-up ist überwiegend. Die Internetpoints lassen den Gebrauch eigener Laptops nicht zu, man muss den PC der Points nehmen. Alle Unterlagen werden gespeichert, die Belege abgeheftet, angeblich macht die Polizei Stichproben und sucht: Nach Terroristen und Pädophilen. Na denn, um einen Pädophilen zu finden, schikaniert man Millionen von Touristen. Frau von der Leyen, hier können Sie noch viel lernen. Ich bin ja ein Technikfreak, na ja nicht übermäßig, aber Digitaltechnik, PC, Software, Geschirrspüler etc. begeistern mich schon. Da bin ich auch ganz gut, im Bedienen - meine ich. Handy haben wir nicht, wollen wir nicht, Fernsehen auch nicht. Aber es gibt Grenzen der Technikbegeisterung. Momente, wo man den Technisierungswahnsinn hasst. Gestern, im Hotel z.B., der Höhepunkt: Statt Zimmerschlüssel, Elektronikkarte, kennt man ja. Aber diesmal wird die Karte in einen Schlitz in der Wand geschoben. Die Tür öffnet sich, wenn man richtig rum geschoben hat. Das Licht geht an. Nun muss man die Karte innen, im Zimmer, in einen baugleichen Schlitz schieben, ansonsten erlischt das Licht wieder, und kein Licht etc. im Zimmer ist einschaltbar. Bis man das alles raus hat sind etliche Minuten vergangen. Die Karte muss bei Anwesenheit stecken bleiben. Will man nicht gestört werden muss man an dem Elektronikboard eine Taste drücken. Draußen leuchtet dann eine rote Diode. So geht es weiter, die Klimaanlage wird von hier gesteuert, die Nachttischlampen auch. Mein Sohn hat es schneller spitz als ich. In der Minibar darf man seinen eigenen Saft nicht deponieren, wer ein Handtuch mit zum Pool nimmt wird mit Liebesentzug € 10.- bestraft. Besonders lesenswert sind die übersetzten Anordnungen. Siehe oben. Inzwischen scheint in Europa an jeder Tankstelle nur noch grüner Saft zum Tanken zur Verfügung zu stehen. Jedenfalls ist der Füllrüssel grün. Auf meine Frage, an den italienischen Tankwart, wie viel Oktan das Benzin habe zuckt er mit den Schultern, „kann sein 92 oder 95“. Aha, da es sonst nur noch Diesel gibt tanke ich das Ökozeug. Sorry, Bild hat schlechte Qualitaet, click to enlarge. Die Itakas sind Schlitzohren. Da also alle Gäste der Polizei gemeldet werden müssen und so nichts mehr schwarz zu machen geht, ohnehin bei Kreditkartenzahlung schlecht, berechnen sie das Bettzeug extra (wenn man ein Apartment mietet), am Schwimmingpool braucht man plötzlich Badekappen (Stück € 3.-), - hatte ich seit den 50iger Jahren nicht mehr gesehen-, und das (und weitere Servisleistungen) müssen in BAR bezahlt werden. Da haben wir es, das Undergroundbusiness, nicht der ganz große Stil, aber es läppert sich. Fremdsprachen sind überall ein Problem. In den USA sprechen sehr wenige Menschen eine Fremdsprache, in Canada, immerhin ein Zweisprachenland, spricht im englischen Teil kaum einer Französisch, im französischen Teil fast niemand die englische Sprache. Die Israelis sprechen fast alle englisch, in Ungarn gibt es immerhin sehr viele Leute die entweder englisch oder deutsch sprechen. In Polen auch. Besonders jüngere Menschen natürlich. Auch wir Deutschen sind so schlecht nicht, zumindest englisch radebrechen können die Meisten. Schweizer sind absolut multilingual. Und auch in Kroatien gibt es erstaunlich viele Leute die eine weitere Sprache beherrschen. In Italien ist es anders. Die Italiener waren bis vor kurzem der Ansicht, das sich Ausländer auch sprachlich anpassen sollten. Erst bei den ganz Jungen ändert sich das jetzt. Auch die Ukrainer haben diesen Standpunkt: Ukrainisch ist Weltsprache. In Russland ist es ebenso, die Kinder haben Englisch, aber es reicht allenfalls zum „Good Morning!“ Jedenfalls haben wir hier heute in der Stadt nur 6 deutsche Nummernschilder gesehen, in der Hotelapartmentanlage niemanden. Und auf der Fahrt hierher nicht mehr als max. 15 Germanen. Sehr erholsam. Aber italienische Familien mit vielen, vielen kleinen Bambinis massenhaft.
Schon 2 Wochen in Vieste. Eingemietet in eine Apartmentanlage. Sehr hübsch angelegt, nicht überbaut, gepflegt, sauber und ordentlich. Unsere Nachbarn alles Italiener mit vielen Bambini. Einige Tschechen und ein Schwede. Keine Deutschen. Es geht lebhaft zu, obwohl die Anlage nicht voll ausgelastet ist, wie auch die anderen Villaggios dieser Art nicht. Wir sind froh eine Wohneinheit am Ende der Anlage zu haben, fernab von den Animationen, die man den Gästen bietet. Unsere Erfahrungen als Mieter in einer solchen Anlage sind ja mehr als begrenzt, aber wir machen das der Kinder wegen. Nur Kultur und lernen geht nicht, Kinder wollen auch mal baden und buddeln. Ich bin vor allem faul und liege auf der Liege, lese und schlafe. Aufpassen muss ich, dass ich mich an so was nicht gewöhne. Das ganze Villaggio ist ein Familienunternehmen. Alle arbeiten mit, typisch italienisch. Die Chefin ist aus Südtirol und für uns eine große Hilfe, denn sie spricht ja auch deutsch. Ihr Mann ist ein Charmeur und wir bekommen die Liegen und Sonnenschirm umsonst. Oft haben sie wohl nicht Gäste die sich 4 Wochen einmieten, die übliche Verweildauer ist 1 Woche, maximal 2. Deshalb ergreift die „Direktion“ auch die Gelegenheit beim Schopfe und installiert, auf meine intensive Nachfrage, WiFi in der gesamten Anlage. Der Mast auf dem Rezeptionsgebäude wird verlängert und ein wetterfester Sender angebaut. Der strahlt 200 m weit. Wir strahlen auch. 400 Milliarden pumpen die Zentralbanken in den Markt, Geld ist Papier mit vielen Nullen. Nullen sind auch die Journalisten die uns erklären, dass Schuldenmachen „nötig“ und gesund ist und Leute ohne Schulden zu konservativ. Idioten! Ich nutze das Internet nicht wie ich nun eigentlich könnte, man will sich ja nicht den Urlaub versauen. Dafür sortiere ich meine Fotos. Wir nutzen die Tage für schöne Touren um Süditalien besser kennen zu lernen. Die Grotten des Garganogebietes durchfahren wir und dann fahren wir mal eben quer durch Italien und besuchen Pompeji. Da sind wir begeistert, die Leute haben was von Städtebau verstanden. Und das vor 2000 Jahren. Italienisches Design genießt zwar einen guten Ruf, aber ist wohl nur in der Mode und Innenausstattung bemerkenswert. Im Außenbereich, Straßen, Wohngebäude, Schilder, Städte, sofern neu, haben sie nicht viel von ihren Vorfahren geerbt. Der öffentliche Raum, besonders im Raum Neapel ist weitgehend vermüllt, Parkplätze sind eine Katastrophe, die Zufahrt zum Vesuv eine einzige Sauerei. Hoppe hilft ausnahmsweise nicht weiter. Der Staat macht die Müllentsorgung nicht, richtige Privatunternehmen auch nicht, es ist eine Mischung aus Mafia, Gewerkschaften und lokalen Politikern. Man kann es auch so sagen: Weil der Staat als Mafiosi agiert, macht er es seinen Untertanen leicht ihn zu kopieren. Wir sind, bei uns auf dem Wege dahin, ob wir im Privatbereich die italienische Mafiaperfektion erreichen ist ungewiss. Im politischen Bereich jedenfalls haben wir schon mächtig aufgeholt. Und zwar mit deutscher Gründlichkeit. Bernie Madoff soll 150 Jahre in den Knast. Das finde ich ungerecht. Die ganze FED, den amerikanischen Finanzminister, die ganze Führung, müsste ebenfalls eingelocht werden. Was hat Bernie denn anderes gemacht als seine politischen Freunde? Immerhin oben auf dem Vesuv ist es sauber, von einigen Plastikpullen mal abgesehen. Das Panorama ist beeindruckend, sowohl in den Krater, als auch nach „unten“ in die Landschaft und den Golf von Neapel. So was stimuliert nicht nur Kinder (Vulkanologie und „alte Römer“), sondern auch Erwachsene. Nun ist auch das installierte Internet hilfreich für ergänzende Informationen. Nur die knappe Hälfte aller Liegen ist besetzt. Es macht mir Freude die Italiener zu beobachten. Kinderfreundlich sind sie ja, und, auch wenn ich kein Wort verstehe (non capito), sie gehen liebevoll mit ihrem Nachwuchs um. Da könnte sich so mancher deutsche Rentner mal eine Scheibe abschneiden. „Ay, Ruhe da drüben. Dämliche Gören macht nicht so’n Radau!!!“ Was wirklich nervt sind die Unmengen an Schwarzen, die den Strand als Händler bevölkern, permanent zwischen den Liegen durchlaufen und einen im Zweiminutentakt fragen ob man Billigschmuck, Sonnenbrillen Rolexuhren, Haarklammern oder Hüte kaufen will. Es nervt und ich beginne die Typen unkorrekter Weise Bimbos zu nennen um meiner Verärgerung sprachlichen Ausdruck zu verleihen. Sie sind eine Dauerplage wie Moskitos und ich begrüße es, dass die italienische Regierung nun der illegalen Einwanderung einen Riegel vorschieben will. Natürlich wird der nicht EU-kompatibel sein, aber die dortigen Blödmenschen und sonstigen Politpfeifen haben sich ja auch in ihre Villen in Wannsee zurückgezogen und prozessieren gegen jeden der ein Bild ihrer Hütte veröffentlicht (Fischer - Deutschlands beliebtester Politiker). Wir denken, dass wir noch 2 Wochen hier bleiben werden, was sind schon 4 Wochen für so eine Gegend, und dann vielleicht nach Kalabrien „umsiedeln“. Mal sehen. |