|
|
|
|
|
|
||
| Automatic Slideshow - enter - | ||||||
|
|
|
|
|
|
||
|
|
|
|
|
|
||
|
|
|
|
|
|
||
Click on the thumbnail for a larger version!!
Page 1 | 2
Rebellog articles about Russia -click here-
Weliki Nowgorod
[russisch »Große Neustadt«] (bis 1999 Nowgorod), Hauptstadt des Gebiets Nowgorod, Russland, Hafen am Wolchow, nördlich des Ilmensees, 217ÿ000 Einwohner; russisch-orthodoxer Erzbischofssitz; Universität, landwirtschaftliche Akademie, Museen; elektrotechnische, chemische, Möbelindustrie; Fremdenverkehr.
Stadtbild:
Ältestes Bauwerk der Stadt ist die fünfschiffige Sophienkathedrale (1045þ52) im Kreml mit romanischer Bronzetür, so genannte »Nowgoroder Bronzetür« (Reliefplatten zwischen 1152 und 1154 in Magdeburg entstanden). Zahlreiche weitere Kirchen v.ÿa. des 12. und 14.ÿJahrhunderts, u.ÿa. Hofkirche im Jaroslawhof (1113þ36), Kirche Fjodor Stratilat (1360/61), Christi-Verklärungs-Kirche an der Iljastraße (1374; mit Fresken von Theophanes dem Griechen, 1378). Außerhalb der Stadt Antoniuskloster mit der Kirche der Geburt Mariä (1117þ19), Jurjewkloster mit der Georgskirche (1119þ30), Erlöserkirche an der Nerediza (1198), Christi-Verklärungs-Kirche von Kowalewo (1345). Die Baudenkmäler von Weliki Nowgorod und Umgebung sind UNESCO-Weltkulturerbe.
Geschichte:
Weliki Nowgorod ist eine der ältesten russischen Städte; als Stützpunkt der Waräger (in skandinavischen Quellen Holmgard genannt) 862 Residenz Ruriks, nach der Eroberung Kiews durch Oleg (882) Nebensitz der Kiewer Großfürsten. Mit dem Verfall der Kiewer Zentralgewalt im 12.ÿJahrhundert wuchs die Selbstständigkeit Weliki Nowgorods (seit 1136 Stadtrepublik); seine Macht beruhte auf der Vermittlerrolle im Handel zwischen den Ostseestädten und Russland (seit dem 12./13.ÿJahrhundert Niederlassung deutscher Kaufleute, später der Hanse [»Peterhof«]). Weliki Nowgorod beherrschte ein weites Hinterland. Nach der Unterwerfung Weliki Nowgorods 1478 durch das Moskauer Großfürstentum wurde 1488/89 die Oberschicht zwangsumgesiedelt, 1494 das Hansekontor geschlossen. 1570 Zerstörung durch Iwan IV.; 1578 dem Moskauer Staat einverleibt; 1611þ17 von Schweden besetzt; ab 1727 Gouvernementshauptstadt.
Nowgorod:
Handelsmacht im Norden
Nordwestrussland mit der Handelsmetropole Nowgorod und der Beistadt Pleskau
verdankte seine auffallende Sonderstellung in altrussischer Zeit den
kommerziellen Nutzungsmöglichkeiten eines weiten kolonialen Hinterlandes, das
sich zeitweise bis über den Ural erstreckte, und der verkehrsgünstigen Lage am
Kreuzungspunkt alter Handelsrouten, die das innerrussische Flusssystem des
Dnjepr und der Wolga an die Ostsee anbanden. Ursprünglich im unmittelbaren
Einzugsbereich der frühen warägischen Niederlassungen gelegen, war das
Nowgoroder Territorium nach der Zusammenführung der nördlichen und südlichen
Warägerherrschaften 882 zu einem strategisch wichtigen Nebenland des Kiewer
Großfürsten geworden. Seine hauptsächliche Aufgabe war es, über die Wasserstraße
entlang des Wolchows und durch den Ladogasee zur Newa den Verbindungsweg zur
Ostsee und nach Nordeuropa zu kontrollieren und abzusichern.
Vom Kiewer Nebenland zur städtischen Autonomie
In der Frühzeit wurde die Stadt nahe am Ilmensee von Vertrauensleuten des
Großfürsten verwaltet und häufig dem ältesten Fürstensohn als Herrschersitz
zugewiesen. Die Beziehungen zum Großfürsten in der Kiewer Metropole waren nicht
ohne Komplikationen. Schon 1014 soll Jaroslaw als Statthalter in Nowgorod seinem
Vater WladimirI. die Abführung des üblichen Tributes verweigert haben. In der
2.Hälfte des 11.Jahrhunderts scheuten die selbstbewussten Bewohner Nowgorods
auch vor Gewaltmaßnahmen nicht mehr zurück, um sich der Bevormundung des Kiewer
Großfürsten zu entziehen. Sie vertrieben unliebsame Fürsten und versuchten, die
Geschicke der Stadt in die eigene Hand zu nehmen. Im offenen Konflikt mit der
Fürstenmacht wurde schließlich 1136 bis 1137 aus dem Kompetenzbereich des
bisherigen Kiewer Stellvertreters ein eigenes Bürgermeisteramt (russisch
posadnik, niederdeutsch borchgreve) abgetrennt, das unter der Beteiligung der
städtischen Volksversammlung (russisch wetsche) von Mitgliedern der
grundbesitzenden Bojarenfamilien besetzt wurde. Dem Fürsten blieb seit dem Ende
des 12.Jahrhunderts nur noch ein vertraglich festgelegtes Mitwirkungsrecht am
Stadtregiment vorbehalten, das sich weitgehend auf militärische Führungsaufgaben
beschränkte. Als gemieteter Dienstfürst hatte er seine Residenz außerhalb der
Stadtmauern zu nehmen. Die innerstädtischen Amtsträger der Bürgermeister, der
Tausendschaftsführer (ursprünglich der Stadtkommandant) und seit 1156 auch der
oberste Repräsentant der Nowgoroder Kirche, der Bischof (seit 1165 Erzbischof)
wurden als Wahlbeamte in die gemeinsame Verantwortung vor der Stadtversammlung
eingebunden.
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim, 2005
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Created with ThumbHTML v2.8
© Jeff Waldock, 2008