Reise durch Ägypten 6

       
   

The philosophy of Liberty is based on the principle of Self-Ownership

>all kinds of socialism cause poverty<

   
   

von Rudi Raabe

   
       

A page that over and above its political content also shows the world and environment of people who stand for their libertarian ideas.

         
       

In einem islamischen Land - Eindrücke, nicht als Gruppentourist

         

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Schuhputzer

Ägypten. Ein Land der demographischen Superlative. Nach Wikipedia  sieht es so aus:“ Die Bevölkerung Ägyptens wächst sehr schnell (1,9 % pro Jahr) und stellt das ohnehin schon in seinen fruchtbaren Teilen sehr dicht besiedelte Land vor große Probleme. Um 1800 hatte das Land nur etwa 2,5 Millionen Einwohner. Im Jahre 1900 betrug die Bevölkerung etwa 12,5 Millionen Einwohner, 2000 schon fast 68 Millionen.“  Heute sind es 90 Millionen, davon 20 Millionen im Großraum Kairo. Das Land ist auf Lebensmittelimporte angewiesen, die fruchtbaren Nilebenen und das Delta können die Menschen nicht ernähren. Nach meinen Beobachtungen reicht das von den Kleinbauern erwirtschaftete oft gerade zur Selbstversorgung.

Kairo. Täglich gehe ich an einigen Schuhputzern vorbei. Sie hocken am U-Bahneingang oder an Kreuzungen und ihr Arbeitsgerät ist eine Holzkiste mit Griff, Schuhcreme, Bürsten und Lappen. Sie rufen mir zu, sie möchten meine Schuhe putzen. Aber ich trage Sandalen, meine Tochter weiße Schuhe und weiße Creme haben sie nicht. Keine Ahnung also was sie bei uns putzen wollen. Dennoch, sie sitzen dort und warten auf Kunden. Manchmal sehe ich einen Ägypter in westlicher Kleidung der sich die Schuhe putzen lässt. Das gefällt mir. Mangels Sozialhilfe und staatlicher Rundumversorgung müssen die Menschen sich selbst um ihr tägliches Brot bemühen. Es ist ihnen unmöglich sich zurückzulehnen und auf Alimente zu warten. Das hat einen hohen erzieherischen Effekt: Der Kampf ums Dasein wird geführt um Notwendigkeiten, nicht um Flachfernseher oder Ipods. Das Anspruchsdenken ist also nicht überbordend, es bleibt im bescheidenen und realisierbaren Rahmen. Eine Abhängigkeit von staatlichen Institutionen ist nicht gegeben. Der Zwang arbeiten zu gehen, Schuhe zu putzen, ist in meinen Augen würdevoller als sich vor dem geschenkten Fernseher mit Soapoperas vollzumüllen. Und – das wenige Einkommen kann nicht verplempert werden. Verstehen wir uns recht: Ich halte Schuhputzer nicht für einen attraktiven oder erstrebenswerten Beruf. Aber ich denke auch, dass eine Arbeit nicht entehrt. Auch eine geringe Arbeit nicht. Das was die Politik in unseren westlichen Gesellschaften macht ist grauenhaft: Sie entehrt die Menschen. Wie weit dieser Prozess fortgeschritten ist, kann man daran sehen, dass die Menschen das nicht mehr als Ehrverlust empfinden.

Was ich auch sagen will: Den alimentierten und von der Sorge und Verantwortung um die eigene Existenz freigestellten Harz IV und sonstigen Alimenteempfängern wird die Möglichkeit genommen ihr Leben selbst in die Hand nehmen (zu müssen). Wie war das eigentlich mit unserer Eltern-, also der Nachkriegsgeneration? Mein Vater, als Akademiker, war sich nicht zu schade auch niedrigste Aufgaben zu übernehmen um seine Familie durchzubringen.

Beispiel:

Warum könnte die Gruppe der Transferempfänger nicht gegen Bezahlung anderer Leute Schuhe putzen? Anstatt dem Staat und somit dem Steuerzahler auf der Tasche zu liegen? Weil unser System verkorkst ist. Lassen wir unsere Fantasie spielen. Stellen wir uns vor ein bisher gesponserter Migrant, ein Dauerarbeitsloser oder ein mental Unterentwickelter der im normalen Arbeitsleben schlecht einzusetzen ist, würde auf die Idee kommen sich von seiner Couch zu erheben, das TV ausschalten und eine ehrenhafte Tätigkeit als Schuhputzer beginnen wollen. Was hätte er zu tun:

·         Kiste, Creme, Bürsten, Lappen besorgen – der einfachste Schritt in die Selbständigkeit

·         Gewerbe anmelden: Wahrscheinlich möglich, wegen Gewerbefreiheit.

·         Standortwahl. Problem 1. Unmöglich weil: Als „mit dem Boden verbunden“  gibt das Tiefbauamt keine Genehmigung. Schwebend aber, wie Bauchladenverkäufer und Wurstmaxe, kann er seine Tätigkeit nicht ausüben.

·         Berufsgenossenschaft. Problem 2. Kein Ausbildungsberuf, hohe Zwangsbeiträge

·         Betriebshaftpflicht. Hohe Gebühren, weil er aus Versehen die falsche Creme verwendet oder eine Socke beschmiert.

·         Steuer. Veranlagung nach zu erwartendem Gewinn. In jedem Fall vierteljährliche Vorauszahlung.

·         Unfallversicherung: Hohe Beiträge

·         Rentenbeiträge. Nicht befreiungswürdig weil zu geringes Einkommen.

·         Standortgebühren ans Tiefbauamt

·         Und, und, und….

Damit würde ein Mal Schuhe putzen, im theoretischen Fall der unwahrscheinlichen Genehmigung, 6 Euro kosten müssen. (Geschätzt)

Wer aber zahlt 6 Euro fürs Schuheputzen?

Conclusion: Der Staat macht mit seinen Vorschriften und seinem unverschämten Zulangen bei Steuern und Abgaben den Schritt in die Eigenverantwortung unmöglich. Lieber alimentiert er die Menschen und hält sie in Abhängigkeit.

Das war nur ein Beispiel. Und natürlich können nicht alle Transferempfänger Schuhputzer werden. Aber generell ist festzustellen: Unser System, also der Sozialstaat entfernt den Menschen von der Notwendigkeit sich um seine Belange zu kümmern. Dem, der noch nicht verlernt hat Würde zu empfinden, nimmt er diese.

Und -------er hat es auch geschafft den Leuten dieses Empfinden abzugewöhnen!

 

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