Auf Karl Johaentges Bücher wurde ich erstmals 1989 aufmerksam. Ich hatte gerade eine meiner zahlreichen Reisen nach Polen hinter mir und wollte ergänzende und vertiefende
Informationen zu diesem Land erstehen, als in der Reisebücherecke meines Buchhändlers das Buch „Lissabon – Hongkong mit der Eisenbahn“ entdeckte. Ich glaube es war das ansprechende Lay-out, diese 4 Bilder mit den hinreißenden Fotos und dann die Handschrift. Genau – die Handschrift war es. Das ganze Buch war gestaltet wie man ein eigenes
Reisentagebuch gestalten würde. Na jedenfalls damals, die ganze Computerwelle fing ja gerade erst an. Dieser Griff nach einem Buch dessen Lay-out gefällt hat mir wieder verdeutlicht wie wichtig gerade dieser Aspekt ist. Das Format 24,5 x 22,5 cm eignet sich für Bücher dieser Gattung auch ganz hervorragend. Johaentges hat das bei allen Büchern
angewendet. Innen verwendet er teilweise Hochglanzpapier, teilweise normales Buchdruckpapier, also stumpf. Mag sein, daß das aus Kostenersparnisgründen geschehen ist, aber es kommt gut rüber, teilweise findet man bestimmte Stellen später einfacher wieder. Es gibt einen Wechsel zwischen Farb- und Schwarz-Weiß-Fotos und bestimmte
Erinnerungsstücke wie Tickets oder Speisezettel sind schräg oder seitenübergreifend abgedruckt, gerade wie man es selbst in seinem Fotoalbum macht. Diese Bücher wurden, daß sieht man gleich, mit Fantasie und Einfühlungsvermögen gestaltet. Da verwundert es nicht, daß der Allrounder Johaentges das Lay-out selbst entworfen hat. Nimmt man eines
dieser Bücher in die Hand, ist der Wiedererkennungseffekt hoch. Man weiß sofort: Ein Johaentges-Buch.
Doch was nützt die schönste Ausstattung wenn der Inhalt nicht gleichwertig wäre. Hier können wir der Ausstattung vertrauen. Die Bücher sind auch inhaltlich Spitze. Der Text ist in Ich-Form geschrieben und man hat direkten Anteil an der Motivation und dem Fortgang der Reisen. „Lokführer wollte ich nie werden – genauso wenig wie Pilot. Ich
besaß nicht einmal das Minimum an Märklinschienen, um eine 001 Lok kreisen zu lassen. Auch ohne diese fehlenden Attribute eines „richtigen Jungen“ übte die Eisenbahn seit meiner Kindheit einen unwiderstehlichen Reiz auf mich aus.“ schreibt er in seiner Einleitung zu „Lissabon-Hongkong mit der Eisenbahn“. Genau das hatte mich, obwohl ich eine
Eisenbahn hatte, auch schon als Jugendlicher beschäftigt: Eine Reise von Lissabon nach Hongkong. Ich hatte nämlich in einem Reisebüro im Europacenter ein Werbeplakat für die Strecke Paris-Moskau via Berlin gesehen. Neugierig wie ich war, wollte ich wissen wo der Zug denn herkäme bevor in Paris einträfe. Bei solchen Fragen sind die Damen in
den Büros regelmäßig, weil unüblich, überfordert. Schließlich kam Lissabon heraus. Endstation nach meinen Erkundigungen war zu meiner Zeit Wladiwostok. Aber das war schon 1967. Johaentges machte die Reise 1987. Der interessanteste Aspekt zu „meiner Zeit“ war, daß die Fahrt von Berlin 1048.-DM kosten sollte, wenn man aber in Lissabon einsteigt
nur 248.- DM. Berechnet wurde das Ticket nämlich auf der Basis des Landeseinkommens. Alles fein, nur maß man erstmal nach Lissabon kommen. Ich habe die Reise jedenfalls nie gemacht, und wenn ich heute zu meinen Schwiegereltern nach Moskau will nehme ich das Flugzeug. Aber der Traum diese Strecke, nun einmal mit Frau und Kinder abzufahren ist
latent vorhanden.
Aufregend sind die Bilder von Johaentges, weswegen er ja hier besprochen wird. Es sind genau diese Bilder die ich mag, eine Mischung aus Dokumentation, Bilderzählung, Porträt
und Landschaftsfotografie. Johaentges versteht es die Bilder in der richtigen Mischung einzuarbeiten und scheut auch nicht davor zurück mal ein echtes „Postkartenmotiv“ zu präsentieren. Ich will nicht sagen, daß ich Johaentges kopiert habe, dazu hatte ich weder die Ausrüstung noch die Zeit, auch ist es schwerer zu fotografieren wenn man Frau
und 2 kleine Kinder im Schlepp hat. Aber sein Stil Reisen zu dokumentieren ist vorbildhaft und durchaus nachahmenswert.
Das ich mir später weitere Bücher von ihm angeschafft habe war selbstverständlich. In den letzten Jahren hat das nachgelassen, da ich nicht mehr so einfach an die Bücher herankomme und die hohen Frachtkosten über den Atlantik scheue. Aber Johaentges hat eine Webseite die recht gut informiert – und wenn ich wieder in Deutschland bin steht auch
bestimmt eines seiner Bücher auf dem Einkaufszettel.
Karl Johaentges
After working for several years in my profession as an architect in 1981 I set off on a three year world trip. I worked in architects offices in Japan, India, Hong Kong,Australia and New Zealand and developed my passion for travel photography.
Back in Germany in 1985, I founded my own KaJo publishing label with my first book"Bilder einer Weltreise" (Pictures of a World Trip). Together with my Australian partnerJackie Blackwood, I photographed and published a popular photographic book serieswhich altogether
reached over a quarter of a million copies.
Two of the titles, "Lisbon - Hong Kong by rail" and "Pictures from Ireland" received a KODAK Photographic Book Award. Further titles are "Pictures from New Zealand","Pictures from Scotland" and "Pictures from Hong Kong" as well as two aerial photographicbooks: "With a hot
air balloon above eastern Germany" and "Above northern Germany".
In 1996 I sold the series to a larger publisher in order to dedicate more time to photography. Under the label "KaJo bei Stürtz " American Trails - Routen durch die USA(American Trails) was released in 1997 and "Under the Roofs of Paris" in 1999.
My articles and photos have been printed in internationally renowned magazines (Stern, Der nSPIEGEL, MERIAN, Geo-Saison, ZEIT-magazine, GEO Spain, GLOBO, National GeographicTraveller) and displayed in several exhibitions.
My work focuses on reportage, travel features, and architectural photography, and alsorecently business and corporate identity portraits as well as photography workshops. In 1989, along with 15 other photographers, I founded the photo agency LOOK in Munichwhere today my images are represented
world wide.
Karl Johaentges
Nach mehrjähriger Tätigkeit als Architekt startete ich 1981 zu einer dreijährigen Weltreise, jobbte in Architekturbüros in Japan, Indien, Hongkong, Australien und Neuseeland und entdeckte dabei auch die Leidenschaft für die Reisefotografie.
Zurück in Deutschland, gründete ich 1985 den eigenen KaJo-Verlag. Erster Band:"Bilder einer Weltreise". Gemeinsam mit meiner australischen Partnerin Jackie Blackwood fotografierte und verlegte ich in den folgenden Jahren eine angeseheneBildbandreihe, mit einer Gesamtauflage von über einer Viertelmillion Exemplaren.
Zwei Bände ( "Lissabon-Hongkong - mit der Eisenbahn" und "Bilder aus Irland") wurden mit dem KODAK-Fotobuchpreis ausgezeichnet. Weitere Bildbände sind u.a.: "Bilder aus Neuseeland", "Bilder aus Schottland", "Bilder aus Hongkong" sowie die Luftbildbände "Mit dem Ballon über Ostdeutschland" und "Über Norddeutschland".
1996 Verkauf der Bildband-Reihe an einen anderen Verlag, um mich wieder verstärkt der Fotografie widmen zu können. Unter dem Label "KaJo bei Stürtz" erschien 1997 der USA-Band "American Trails - Routen durch die USA"und1999 eine fotografische Liebeserklärung: "Unter Pariser Dächern".
Meine Reportagen und Fotografien wurden international in renommierten MagazinenSTERN, Der Spiegel, MERIAN, GEO-Saison, ZEIT-magazin, GEO Spanien, GLOBO,National Geographic Traveller) gedruckt und in diversen Ausstellungen gezeigt.
Arbeitsschwerpunkte sind Reportage, Reisefeatures und Architekturfotografie, seit einigen Jahren aber auch Image und Corporate Identity sowie Fotoworkshops. 1989gründete ich mit 15 weiteren Fotografen die Bildagentur der Fotografen LOOK in München, die seitdem meine Fotos weltweit anbietet.
Foto von Karl Johaentges von seiner Internetseite
alle anderen Fotos gescannt von meinen Johaentges-Büchern
Философия свободы базируется
на принципе самообладания
Налог это украденные
деньги
und darum sind wir auch der Meinung,
daß sie grundsätzlich hinterzogen werden sollten!
Anarchy is not chaos. It is not destruction. It is simply the absence of "government."
The agency most people erroneously identify as "government" today is in reality a gang of lawyers, armed thugs, and con artists backed by an army of bureaucrats, which operates an immense array of protection and other rackets financed through extortion and fraud.
I assume there will always be people who will complain about something or who will criticize public issues. Therefore I suggest the following: Just continue surfing. I’m not going to stop you!