Rebellog
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Das
junge Menschen ihre Grenzen ausloten wollen ist nichts
ungewöhnliches. Ich würde sagen es ist normal. Und wenn sie es
nicht tun sind sie möglicherweise phlegmatisch, denkfaul, in
jedem Fall nicht abenteuerlustig und neugierig.
Insofern
habe ich nichts gegen junge Leute die mal neue Wohnformen
ausprobieren wollen oder eine andere gesellschaftliche Struktur.
Das man sich dazu mit Geschichte befasst und mal schaut
was die Generationen vor einem so machten, halte ich
aber für eine Pflichtübung. Man muss ja nicht alles wiederholen,
was andere schon geübt und erfahren haben. Vieles erscheint dann
verzichtbar und immer wieder ähnliche Aufstandsmuster,
Normveränderungen oder Umbrüche durchkauen zu wollen
erscheint mir verlorene Zeit. Es entfernt auch von
einer neuen Zielsetzung. Insofern habe ich, als Angehöriger der
68iger Generation, diese Phase einfach übersprungen. Das, was
die da übten kam mir schon damals hochgradig albern
vor. Neu war es jedenfalls nicht. Deshalb weist meine politische
Denke auch nicht diese Schlangenlinien auf, die vielen meiner
Altersgenossen so zu eigen ist.
Was mich
immer besonders störte war der verbale „Kampf“ gegen „rechts“.
Wobei „rechts“ für Nazi stand. Das rechts nicht das Geringste
mit Nazi zu tun hat merkte ich schon sehr früh, denn ich lernte
einerseits Linke kennen die in der Organisation oder Planung
ihrer Aktionen sich nazigleicher Mittel bedienten
und auch heute noch bedienen. Und andererseits Konservative die
sich wesentlich überzeugender von
nationalsozialistischem Gedankengut distanzierten. Einfach
ausgedrückt: Während die Wiedergutmachung der Linken an den
Umgekommenen des Holocaust in der Verächtlichmachung der
Vätergeneration und der Unterstützung der
Feinde Israels bestand, sammelten und spendeten
Konservative gewaltige Summen und halfen Israel und
Nachkriegsjuden bei der Existenzgründung. Still, aber
stetig. Und während „bürgerliche“ Jugendliche in Kibbuzen
Tomaten anpflanzten, ließen sich Linke bei Terrorgruppen
ausbilden.
Das hat sich
im Prinzip bis heute nicht geändert. Viele der rebellischen
linken Jugendlichen kamen selbst aus bürgerlichen Familien, die
Biografien der RAF sind ja bekannt. Sie, die sie selbst noch
eine gute Erziehung genossen hatten, suchten im Schulterschluss
mit dem Proletariat eine breitere Basis und meinten dabei auch
die bürgerliche Erziehung opfern zu können. Schließlich brauchte
man die ja auch nicht mehr als „Türöffner“, wenn man gewillt war
die Türen aus den Angeln zu sprengen.

Nun, da der
revolutionäre Traum eines „rot-sozialistischen“
Gesellschaftsumsturzes als gescheitert anzusehen ist, das
Proletariat war halt zu „konsumorientiert“, diese
Dummköpfe, wanderte man durch die Institutionen. Das,
ja das haben sie geschafft. Das macht es, dass heute unsere
Medien, unsere Politik, unsere Universäten von Altlinken
dominiert werden, dass dort die Deutungshoheit über das
was „rechts“ oder „links“ ist übernommen wurde. Das dort
entschieden wird, an welcher Front „gekämpft“ werden soll. Den
Traum der Zerstörung der bürgerlichen Familie, der Aushebelung
dessen, was gutes Benehmen und Anstand ist, hat man nicht
aufgegeben sondern sich in den proletarischen
Zuwanderern, Migranten und den nichterzogenen
Neudeutschen neue Verbündete gefunden. Gleich Bauern im
Schachspiel werden die nun eingesetzt und vorgeschoben um das
auf der Straße zu vollendeten, was den
Taxifahrerverpüglern und Randaleuren meines Jahrganges
nicht gelungen ist.
Ich
vermisse, nie habe ich es irgendwo gelesen, das Bemühen der
Multikultifreaks den Einwanderern und ihren Kindern
gutes Benehmen zu vermitteln. Wenn schon die Forderung
nach einem Sprachtest von 200 Worten als Rassismus
interpretiert wird, kommt man zur Benimm- und Charakterschulung
nicht mehr. Tatsache ist, das exzellentes Benehmen, Allgemein-
und Tiefenbildung für die neuproletarische Masse gar
nicht erwünscht ist. Denn Breitenbildung, ich meine
jetzt nicht die Ausbildung zu genderbewussten
Therapeuten und anderen überflüssigen
und zu zahlreich vorhandenen Fachidioten, macht nachdenken. Das
aber sollen die Primitivlinge und Rütlischulabsolventen
ja gerade nicht. Die unzähligen Leistungen gab und gibt es
UMSONST. Nichts, keine Zahlung, keine Leistung
ist an irgendeine Forderung gebunden. Auch das
„wer zahlt, befiehlt“ wurde natürlich außer Kraft gesetzt.
Stattdessen baut man ganze Stadtviertel zu 24
Stunden-Versorgungszentren um, möbliert sie mit
Spielplätzen, Freizeiteinrichtungen und unzähligen
staatsbezahlten Animateuren. Eine Belohnung nicht für
eine Leistung, sondern um „ruhig zu bleiben“.
Wer glaubt
das dort von „Erziehern“ das nachgeholt wird, was die selbst
nicht erzogenen Eltern versäumten, nämlich den Rohlingen
beizubringen was Achtung vor dem Leben, Achtung vor
Sachen und respektvoller Umgang mit dem
Nächsten bedeutet ist ein Träumer.
Da es nur
deutsche Spießer sind, die meinen man rauche
nicht auf Bahnhöfen, rotze nicht auf den Boden und entsorge
seinen Dreck im öffentlichen Raum, also eine mediale
Unterstützung eines gesellschaftlichen Erziehungsprozesses zu
Benehmen und Anstand fehlt, wird sich die Spirale des
rauen und ungehobelten Umgangs weiter nach
unten drehen.
Sätze, wie
ich sie meinen Kindern beibringe: „Benimm Dich zu Hause
wie in der Gesellschaft, dann benimmst Du Dich in der
Gesellschaft wie zu Hause!“ sind so was von altmodisch
und aus der Zeit, eine Unterstützung dieser Haltung ist auch
weiterhin nicht zu erwarten. Berichtet wird unisono von
unerzogenen, rumlümmelnden,
deutsch-türkisch-fünfzig-Wort-neusprech Jugendlichen, denen das
Wort Arbeit ein Fremdwort ist, die aber alle
integrationsgeschädigt sind. So was ständig in den
Medien wirkt prägend. Ausnahme wird zum akzeptierten
Standard.
Diejenigen
die damals ihre eigene Erziehung aus ihren „repressiven“
Elternhäusern über Bord geworfen haben, sehen natürlich keine
Notwendigkeit proletarischen Jugendlichen positive
Beispiele vorzusetzen. Dabei hätten die Medien dazu die
Macht.
Jeder
Verantwortliche, der einem Kaugummi kauenden, rumflegelnden und
aggressiven Jugendlichen auf seine Frage auch nur
antwortet unterstützt diese Haltung. Denn noch ist es
so, dass die Jugendlichen was von uns wollen. Unsere
Knete, um im Jargon zu bleiben.
Oder auch
so: Das Nichtbenehmen ist kein revolutionärer Akt.
Es ist kein Aufstoßen neuer Türen in unbekannte Welten. Es ist
kein von Neugier getragenes Ausloten.
Es ist
schlichtweg „Scheiße, vastehste Alta!“
Fotos:
1)
staatsbezahlte Deutschlehrerin für Migrantenkinder in Bremen
2.
Proletarierkinder in Berlin
3.
"verdienter" Umgang mit deutschem Spießer in München |
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